Mobbing in der evangelischen Kirche

Negative Kommunikationsformen in der Kirche erschüttern das Bild von christlicher Gemeinschaft. Sie rühren an die Grundfesten der Glaubwürdigkeit. Der Arbeitsplatz Kirche, haupt-oder ehrenamtlich, beinhaltet bestimmte Vorstellungen von einem Umgangsstil, der dem Reden vom christlichen Handeln entspricht.

Mobbing innerhalb der evangelischen Kirche wird nicht erwartet. Dort, wo es eingesetzt und bis zum bitteren Ende durchgeführt wird, stehen nicht betroffene Menschen vor einer Barriere. Diese trägt die Aufschrift: »Das kann nicht sein.« Genaues Hinsehen bedroht das eigene Wohlbefinden in der christlichen Gemeinschaft:

»Was nicht sein darf, gibt es nicht.«

Das Wegsehen der großen Mehrheit ist einer der Grundsteine für die Mauer des Schweigens.

Den Betroffenen und ihren Familien, den aufmerksamen Gemeindegliedern und Beobachtern solcher Vorgänge wird der Boden der christlichen Gemeinschaft unter den Füßen weggezogen.

Mobbing innerhalb der Kirche zerstört Gemeindeleben. Innere Kündigung und Kirchenaustritte sind die Folgen.

Defizite in der Rechtskultur der Amtskirche begünstigen die Ausbreitung von Mobbing.

Diese ergeben sich insbesondere aus

  • mangelnder Anerkennung von Rechtsstaatlichkeit,
  • Missachtung gültiger Rechts- sowie Verfahrensvorschriften,
  • fehlender Transparenz u. a. durch Verpflichtung zur Verschwiegenheit.

Das verordnete Schweigegebot ist der schwerste Stein zur Mauer des Schweigens, die sukzessive und zielstrebig um die betroffene Person gefestigt wird.